Wer gezwungen ist, in freier Natur zu überleben, muss vor allem an Wasser und Nahrung denken. In unseren Breiten ist Wasser sicherlich das geringere Problem. Anders sieht der Fall in Wüstengebieten aus. Ein Mensch kann mehrere Wochen ohne Nahrung auskommen, ohne Wasser jedoch nur wenige Tage. Während man in unseren Regionen leicht zu Wasser kommt, sieht es mit der Nahrung etwas anders aus.

Pflanzen als Nahrung

Es gibt einige Pflanzen, die leicht zu erkennen und zu finden sind, und die auch als Nahrung dienen können, wenn es notwendig ist. Diese “Überlebenspflanzen” sind das ganze Jahr über zu finden, verfügen über ausreichend Nährstoffe und haben nur wenige giftige Verwandte. Zu diesen Pflanzen zählen vor allem die große Klette, der Rohrkolben oder Süßgras und das Schilf. Gegessen wird dabei jedoch nicht die Pflanze, sondern deren Wurzel. Die große Klette findet man häufig an Waldrändern sowie in Waldsteppen. Die Pflanze hat großblättrige Korbblüten, die violett gefärbt sind. Die Hüllblätter um die Blüte besteht aus Widerhaken. Bei Berührung haften diese an der Haut oder an der Kleidung an. Die große Klette (Arctium lappa) ist kaum mit anderen Pflanzen zu verwechseln. Die Pfahlwurzel dieser Pflanze ist sehr nahrhaft und führt dem Körper einige Kalorien zu.

Der Rohrkolben (Typha) ist ebenfalls eine charakteristische Pflanze, deren Wurzel man als Nahrung verwenden kann. Der Rohrkolben wächst an Seeufern und zeichnet sich in erster Linie durch den markanten braunen Kolben an der Spitze aus. Die Pflanze kann jedoch im Frühjahr, wenn der Kolben noch nicht ausgebildet ist, leicht mit der giftigen Sumpf-Schwertlilie verwechselt werden. Deshalb ist hier Vorsicht geboten. Außerdem sollte man bei dieser Pflanze die Wurzel vor dem Verzehr abkochen, denn an ihr haften unzählige Bakterien.

Das Süßgras gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit und kommt fast in allen Erdteilen vor. Es gibt mehrere Arten von Süßgräsern.

Insekten als Nahrung

Manchmal empfehlen sich auch bestimmte Insektenarten als Notfallnahrung. So sind beispielsweise Feldgrillen äußerst schmackhaft und auch reich an Proteinen. Feldgrillen können im Notfall sogar roh gegessen werden. Im Gegensatz dazu sind Tauwürmer, die ebenfalls als Nahrung verwendet werde können, immer vor dem Verzehr abzukochen. Diese Würmer können nämlich leicht unliebsame Parasiten übertragen, die zu Krankheiten führen können.

Insekten und Würmer wurden vor allem im Zweiten Weltkrieg in manchen Regionen verzehrt, da Nahrung damals in den zerbombten Städten Mangelware war. Auch Kellerasseln wurden verzehrt. Insekten sind grundsätzlich reich an Proteinen und gelten beispielsweise in Afrika als Delikatesse.