Wenn es zu einem alpinen Unfall im schneereichen Hochgebirge kommt, so kann der Bau eines Biwaks Leben retten. Viele Tourengeher haben aufgrund eines Biwaks in Extremsituationen überlebt. Ein Schneebiwak ist nicht schwer zu errichten.

Der Bau eines Biwaks

Die Bezeichnung Biwak stammt aus dem Französischen und bedeutet Nachtlager. Ein Biwak im Hochgebirge kann schnell und einfach errichtet werden. Dazu sind auch keine gigantischen Schneemengen notwendig. Alles, was man dafür braucht sind eine Schaufel, eine Sonde, ein Rucksack und ein Biwaksack. Danach sucht man nach einer schneereichen und möglichst windstillen Stelle. Dort tritt man den Schnee mit den Schuhen auf einer für das Biwak vorgesehenen Fläche fest. Der Rucksack wird in den Biwaksack gesteckt und in die Mitte des ausgetretenen Platzes gelegt. Dann bedeckt man den Biwaksack reichlich mit Schnee. Der Schneehügel wird regelmäßig festgetreten und wieder mit neuem Schnee aufgefüllt. Diesen Vorgang wiederholt man so oft, bis ein ausreichend großer Unterschlupf zustande kommt. Die Sonde verwendet man anschließend, um im Schneehügel nach dem Rucksack zu suchen. Dann gräbt man von unten einen Tunnel zum Rucksack und zieht diesen aus der Schneehöhle heraus. Damit hat man einen Eingang in das Iglu geschaffen. Dieser Eingang wird ausgehöhlt, bis er ausreichend Platz für ein oder oder mehrere Personen bietet. Es ist jedoch darauf zu achten, dass man nicht bis an die Oberfläche gräbt, ansonsten stürzt das Iglu ein.

Dieses Notbiwak kann innerhalb einer Stunde errichtet werden und wird zu einem angenehmen und windgeschützten Schlafplatz für die ganze Nacht.

Biwaks ohne Schnee

Wer im Sommer eine Unterkunft bauen will, kann auch ein Biwak ohne Schnee errichten. Dafür sind lediglich ein paar mittelgroße Äste sowie ein Regenschutz erforderlich. Die Äste werden mithilfe von Schnüren oder Zweigen zu einem Gerüst zusammengebunden. Danach wirft man den Regenschutz über das Gerüst. Wenn man sich auf einer ausgedehnten Wanderung befindet, sollte man auch eine entsprechende Ausrüstung dabei haben. Hier empfehlen sich Ponchos oder großflächige Folien. Diese können im Notfall auch als Zelt dienen. Man benötigt zur Fixierung lediglich ein paar Heringe. Diese können jedoch auch aus zugespitzten Hölzern bestehen.

Vor der Errichtung des Biwaks ist es hilfreich, wenn man sich die Stelle für die Unterkunft sorgfältig aussucht. Sie sollte auf jeden Fall windgeschützt sein. Auch das Gelände sollte nicht aus einer Rinne bestehen, denn hier kann bei starkem Regen schnell ein Bach entstehen. Der Boden des Biwaks sollte zudem mit Fichtenzweigen oder ähnlichen Materialien ausgelegt werden. Das gleicht nicht nur Unebenheiten aus, sondern hat auch einen wärmenden Effekt. Das Biwak dient in erster Linie als Schlafstelle aber auch als Schutz vor Wind und Regen. Legt man Zweige auf den Boden und legt darüber einen Schlafsack, wirken die Zweige wie eine Federkernmatratze, und man kann ruhig und friedlich die Nacht genießen.